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Die Weisheiten der Heiligen "  

Vagabundiere nicht in dieser Fremde
Finde eine Lösung solange Du am Leben bist
Sonst lässt man Dich von giftigen Schlangen beißen
Später nützten Deine Reue und Dein Weinen nicht.


Das Feuer der Verliebtheit ist in meinem Herzen
Es tut dort das, was ihm beliebt
Heute sah ich einen Leidenden
Der mir von meinem Leid erzählte
Kommt Leidende, kommt zu mir
Nehmt Euch von meinem Leid
Der Leidende kennt den Zustand des Leidenden
Was machen die Leidlosen überhaupt hier?


Willst Du finden den echten Glauben
Bemühe Dich, um in Deinem Mürschid aufgelöst zu werden
Erkenne, was Dir näher ist, als Du Dir selbst.


Wenn Du verliebt bist in den Geliebten
Lass Dich nicht täuschen von Fremden
Falle in das Feuer wie Abraham
In seinem Rosengarten brennt man nicht
Verliebter! Gib Dein Dasein in das Nichtvorhandensein
Erscheine Dir vom Nichtvorhandensein ein Dasein.


Wache auf! Nachts aus dem Schlaf
Verborgene Geheimnisse werden offenkundig Wer Allah sagt, entbehrt nichts
Diener! Flehe Allah an… Flehe an…


Kommt! Ihr Geliebten der Treuen
Hier ist der Platz der Verliebtheit
Vereint seien die Verliebten
Hier ist der Platz der Verliebtheit
Muhammed ist unser Führer.


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DAS THEMA GLAUBE (İMAN)


DAS THEMA GLAUBE (İMAN)

Der Glaube an die Inhalte und Werte der Religion nennt man religiöse Überzeugung (İtikat). Man nennt sie auch Glaubensbekenntnis (Amentü).

Man tritt mit dem folgenden Ausspruch in den Islam ein: „Eşhedü enla ilahe illallah ve eşhedü enne Muhammeden abdühu ve Resuluh“ (Ich bezeuge, es gibt keine Götzen außer Allah. Und ich bezeuge, dass Muhammed Allahs Diener und Gesandter ist.) Das ist die Kurzform des Glaubensbekenntnisses. Man muss das ganze Glaubensbekenntnis (Amentü) mit Überzeugung vorlesen. Für die Details sollte man die Eigenschaften Allahs erlernen.

1. Der Glaube an Allah (Amentü billahi)

2. Der Glaube an Engel (Melaiketihi)

3. Der Glaube an Allahs herabgesandte Bücher (ve     Kütübihi)

4. Der Glaube an Allahs Propheten (ve Rusulihi)

5. Der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichts   (ve yevmil-ahiri)

6. Der Glaube an das Schicksal und daran, dass das Gute und Böse von Allah ist (ve bil kaderi hayrihi ve şerrihi min Allahı teale vel basü badel mevd), und auferstehung nach dem Tod.
 

Wer also diese sechs Glaubensbekenntnisse vom Herzen bestätigt und glaubt, den nennt man Gläubigen Allahs (Mümin). Das Gegenteil dieses Glaubensbekenntnisses wäre eine ketzerische Auffassung.Für die Sunnabekenner bedeutet das Leben des Propheten als rechter Weg und  aufrichtiger Glaube an Allah folgendes:
 

1. Die erste Grundlage des Glaubens ist der Glaube an Allah.

Allahs Dasein ist absolut (Vacib-ül -Vücud). Allah ähnelt keinem Geschöpf, keiner Gestalt. Allah an sich ist jenseits von Zeit und Raum. Allah ist Erschaffer sämtlicher Geschöpfe. Allah ist lebendig, vital, tatkräftig (Hayy), allwissend (Alim), allmächtig(Kadir), jenseits von Raum und Zeit und die Geschöpfe sind durch diese Eigenschaft existent (Kayyum), Sehende (Basır), Hörende (Sami), Redende (Kelam), ewig Bleibende (Baki), Urewigkeit (Kadim).



Allah an sich und die Eigenschaften haben keine Teilhaber und Helfer bei den erschaffenen Universen. Allah benötigt keinen Partner, keinen Teilhaber, keinen Sohn und keine Helfer. Sämtliche Geschöpfe benötigen Allah. Allah ist jenseits von Raum und Zeit. Allah hat keine Gestalt und Farbe. Allah wird nicht durch den Verstand und die Sinne begreifbar. Man kann Allah nur durch den Glauben wissen „Es gibt nichts anderes außer Allah und Allah ist Eins und die Eins steht über den mathematischen Zahlen“.

 

Allah an sich ist jenseits des erschaffenen Universums. Das Universum wurde aus dem Nichtvorhandensein erschaffen. Allah ist Erzieher (Rabbı), Nahrung Spendender (Rezzak), Umbringender, Auferstehender, Besitzer des Universums, Besitzer des Jenseits, Allbarmherziger, Gnädiger, Hoheit und Geschenke Anbietender. Allah ist keine Materie und kein Gegenstand. Allah ist nicht durch Wissenschaft, Verstand und Fantasie zu erfahren. Allah besitzt Allmacht und Erhabenheit. Die unvorstellbare Großartigkeit und Hoheit lässt die Geschöpfe einzig und allein ‚Allah‘ anbeten.

Wenn Allah bei einem beliebten Diener in Erscheinung treten

würde, könnte der Diener diese Erscheinung nicht in Worte fassen. Allah an sich als Heiligtum ist nicht zu verstehen. Allah ist jenseits von fehlenden Eigenschaften und absolut rein. Allah ist Besitzer all der reifen Eigenschaften. Im Tasavvuf (islamische Mystik) wird der Glaube beschrieben als „Das Herz an Allah zu binden“.

 

2. Die zweite Grundlage des Glaubens ist der Glaube an Engel.

Die Engel sind aus heiligem Schein erschaffen. Sie sind keine Energie und bloß Licht. Ihr Wesen ist mit der Anmut und ihr Verstand mit dem Rechtsgefühl ausgestattet. Sie sind Allah gehorsam und rebellieren nicht. Sie begehen keine Sünden. Sie haben weder das männliche noch das weibliche Geschlecht. Sie essen und trinken nicht. Ihre Zahl und ihre Arten sind sehr vielfältig. Jede Art ist mit ihren eigenen Aufgaben und Andacht beschäftigt.


Gabriel (Cebrail a.s.) ist damit beauftragt, an die Propheten Offenbarungen (Vahiy) zu überbringen.

Michael a.s. ist damit beauftragt, die Naturereignisse durchzuführen. Rafael (İsfrail a.s.) ist mit dem Jüngsten Tag beschäftigt. Azrail a.s. (Todesengel) ist mit dem Tod beschäftigt.
 

Diese Engel sind Gesandte Allahs. Es gibt Engel, die unsere Arbeit und Taten aufschreiben, die die Menschen schützen, die für die Eingebung zuständig sind. Es gibt auch Engel, die ständig beten und mit Andachtsübungen beschäftigt sind. Im Grab werden die Menschen von den Engeln Münker und Nekir zur Rede gestellt. In der Hölle werden die Menschen von Engeln mit dem Namen Zebani Qual erleiden. Ob wir es wissen oder nicht, ob wir es hören oder nicht, es gibt noch viele Engel, die Allah dienen. Unsere Aufgabe ist es, an alle Engel zu glauben.


3. Die dritte Grundlage des Glaubens (İman) ist der Glaube an die Bücher Allahs.

Die Bücher Allahs wurden von dem ehrenhaften und mit dem Verstand ausgestatteten Engel Gabriel an einige Propheten überbracht. Gabriel hat vier Bücher und 100 Seiten (Suhuf) Offenbarungen überbracht.

 

10 Seiten wurden dem Verehrten Propheten Adam, 50 Seiten dem Verehrten zweiten Propheten Seth (Şit), 30 Seiten dem Verehrten Propheten Enoch (İdris), 10 Seiten dem Verehrten Abraham, Vater der Propheten, herabgesandt. Hierdurch wird die Verleumdung deutlich, dass die Urmenschen, wie die Ungläubigen erzählen, wild waren und nicht lesen und schreiben konnten.

 

Nachdem der Sohn Kain des Verehrten Propheten Adam seinen Bruder umgebracht hatte, haben die Nachkommen Kains den Islam verlassen und viele abergläubische Götzen (wie Feuer, Sonne, Götzenbilder usw.) angebetet. Sie sind von der Zivilisation ferngeblieben. Der Verehrte Prophet Adam war der erste Mensch und erster Prophet. In einem Vers aus dem Koran steht „Allah hat Adam alle Namen - Nomen (Esma) beigebracht“. Nach diesem Vers ist Adam erster Lehrer, erster geistiger Führer und Gemeindeoberhaupt, erster Gläubiger und erster Führer der Zivilisation und Kunst.

Indem wir diese Tatsache unseren Kindern beibringen, schützen wir sie vor falschen Ansichten und vor den Pseudowissenschaften der Ungläubigen.

 

Das erste Buch Thora (Tevrat) wurde dem Verehrten Propheten Moses herabgesandt. (Damit begann die Ära der großen Zivilisation in der Kunst und Wissenschaft.) Das zweite Buch Psalter

(Zebur) wurde dem Verehrten Propheten David (Davut) herabgesandt. Das dritte Buch Bibel (İncil) wurde dem Verehrten Propheten Jesus (İsa) herabgesandt.

Den Propheten der Beni Israel wurden drei große heilige Bücher herabgesandt. Die Originaltexte dieser drei Bücher und Seiten (Suhufs) existieren nicht mehr. Unter den Namen Thora und Bibel entstanden unzählige Bücher, die von Menschen aufgeschrieben wurden. Die Inhalte dieser Bücher widersprechen einander, weil die Texte dieser Bücher erfunden sind. Diese verfälschten Bücher haben keine Urteilskraft mehr, obwohl im Koran unter anderem Texte aus der Thora und der Bibel stehen. Eine beeindruckende Feststellung von Necip Fazıl, dass heutzutage verschiedene Bibeln existieren, ist ein fester Beweis für die nicht original existierende Bibel.

 

„Wenn etwas (Bibel) 4x vorhanden ist, verliert jedes Einzelne die Würde seiner Existenz.“

Wir glauben an die originalen Bücher und Seiten (Suhuf) als Allahs Worte. Aber unser religiöses Verhalten richten wir nach den Urteilen des Koran.

 

Der Koran ist ohne irgendeine Änderung eines Buchstabens original existent.

Der Koran wird bis zum Jüngsten Tag seine Originalität bewahren. Das ist ein Versprechen Allahs. Wenn alle Menschen und Gins zusammen kommen würden, könnten sie nicht einmal adäquate Verse bzw. den Sinn und das Verständnis des Koran zusammenfassen.

4. Die vierte Grundlage des Glaubens ist der Glaube an Allahs Propheten.Der Glaube an Allahs Propheten ist ein tiefes und verwickeltes Thema.Allah, die Religion und unsere Aufgaben wurden uns von Propheten beigebracht. Der Glaube, Gehor samkeit und die Art und Weise der Andachtsübungen und Gebete wurden uns durch das beispielhafte Leben der Propheten gezeigt.

Die Weisheiten und Wahrheiten über Allahs Liebe und Nähe wurden uns, den Menschen, nach unserer jeweiligen Begabung und Stellung von den Propheten erzählt und gelehrt. Sie haben neben den überlieferten und verstandesmäßigen Wissenschaften auch noch die Ledünwissenschaft (eine Wissenschaft ohne Worte und Schrift, Seelen- und Herzenswissenschaft). Sie sind beispielhafte Führer des Lebens sowohl für den einzelnen Menschen als auch für Gemeinden.

 

Wenn der Mensch tatsächlich an die Propheten glaubt, muss er an die äußerliche und geistige Tiefe der Religion auch glauben und erleben. Die materielle Welt basiert auf der Kausalität. Alles und alle Geschehnisse existieren nach dem Prinzip der Kausalität. Um Allah zu erfahren  und zu finden, muss man die unendliche Kausalität ablegen. Dabei ist der Dreh- und Angelpunkt unser Prophet: „Wenn es dich nicht gäbe, hätte ich das Universum nicht erschaffen.“ Er ist der Grund der Welten (Universum). Er ist der Anlass, Allah zu erreichen. Ohne seine Erlaubnis und Fürbitte findet man nicht die Nähe Allahs.

 

Diese Tatsache gilt sowohl auf der Welt als auch im Jenseits. Der Glaube ist dann reif, wenn man an ihn fest glaubt. Um Allahs Gefallen zu erreichen, muss man Allah über alles lieben können.

Wir halten Allahs Propheten höher und geschätzter als alle anderen Geschöpfe. Wir glauben, dass sie fernab von den Eigenschaften Lüge, List, Schwindel und Boshaftigkeit stehen. Wir bestätigen die hohen Eigenschaften Aufrichtigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Vernunft und Standhaftigkeit. Sie sind höhergestellt als andere Menschen. Sie sind fernab von Sünden. Sie bringen die Offenbarungen unverfälscht wie Allah es befohlen hat. Sie sind mit der Sittenlehre Allahs ausgestattet. Wir glauben, dass sie jenseits von Schande und Fehlern sind. Die Propheten sind ohne große oder kleine Sünden. Falls sie unbewusst einen Fehler verursachen, nennt man ihn ‚Zelle‘ (dem Propheten zugehöriger Fehler). All die Zellen der Propheten sind von Allah, dem Allmächtigen, vergeben.

All die Propheten sind Männer. Frauen werden keine Propheten. Aus diesem Grund gibt es keine weiblichen Imame (Vorbeter) ) oder Mürschids (geistlicher Führer).

 

Die Animosität und Gehässigkeiten gegenüber den Propheten brechen den Glauben. Solche Verleumdungen kommen von Feinden und Ungläubigen.

Die Propheten können von ihrem Prophetentum nicht abgerufen werden. Die Propheten empfinden keine Vorliebe gegenüber der Welt und dem Weltlichen. Sie sind mit voller und hoher Reife und mit der Sittenlehre ausgestattet. Alle Propheten teilten gemeinsam die sechs Grundlagen des Glaubens mit. Bei der Verrichtung der Gebete und dem Verhalten bei den Gebeten und Andachtsübungen gibt es wegen Zeit und Raum bedingte Unterschiede. All die Glaubensbekenntnisse wurden von dem Propheten Adam an bis zum Jüngsten Tag von jedem einzelnen Propheten in gleicher Weise mitgeteilt. Darum sind die Urteile des Islams vom Verehrten Propheten Adam bis heute in einer Geschlossenheit. Die Propheten, die seit dem Verehrten Adam bis zu unserem Propheten im Koran mit Namen und Zahl erwähnt und nicht erwähnt wurden, lieben und ehren wir und glauben ihnen.

Alle Propheten besitzen einige Gnade und Reife, die man bei anderen Menschen nicht vorfinden kann. Ihre physische Kraft und Beständigkeit, ihre Geduld und Dauerhaftigkeit, ihre Güte und Erbarmen gegenüber den Geschöpfen, ihre Weitsichtig keit und Wahrnehmung sind unvergleichlich. Jeder einzelne Prophet hat verschiedene Wunder und Wundertaten hervorgebracht. Die Wunder und Wundertaten der Heiligen kommen aus der gleichen Quelle wie bei den Propheten.
 

All die Wunder und Wundertaten, die den Propheten gegeben worden waren, wurden unserem Propheten gegeben. Was den anderen Propheten nicht gegeben wurde: Sein Prophetentum umfasst die Zeit und den Raum vom ersten Menschen und Gin an bis hin zum letzten Menschen und Gin. Ihm wurde das allgemeine Recht für Fürbitten (Şefat) und viele andere Fähigkeiten gegeben wie die weltlichen und geistlichen Wunder und Wundertaten.

 

Das größte Wunder und Wundertat Allahs ist, dass die Urteile des Koran, die Eigenschaft der urewigen Worte Allahs, unveränderbar bis zum Jüngsten Tag bleiben werden.

Die Propheten und Botschafter Allahs teilen die islamischen Religionsgesetze (Şeriat), wie der Mensch sein Leben ordnen soll, mit. Diesen Akt nennt man Prophetentum (Nübüvvet). In der Geistlichkeit haben die Propheten und Botschafter die Ermächtigung für den Verwaltungsapparat (Velayet). Den weltlichen Teil des Prophetentums nennt man islamische Religionsgesetze (Şeriat) und den geistlichen Teil die Ermächtigung für den Verwaltungsapparat (Velayet). Die Wunder, die Wundertaten und die Erweckung der Toten zum Leben geschehen durch den geistlichen Verwaltungsapparat ‚Meisterhaftigkeit‘. Alles wurde uns bis zum Jüngsten Tag von unserem Propheten mitgeteilt. Nach seinem Übertritt ins Jenseits wurde sein Prophetentum beendet.

 

Der geistliche Verwaltungsapparat wird durch die Heiligen weitergeführt. Aus dem Grund richten die Heiligen ständig ihr weltliches Leben bis ins kleinste Detail nach der Scharia und nach der Sunna.

Die Heiligen bleiben ständig von dem Verlangen des Nefs (IchEgo-Gehabe usw.) penibel fern. Die eigentlichen Eigenschaften der Heiligen, nämlich gute Charakterzüge, gute Taten und die Standhaftigkeit gegen Qual und Mühseligkeiten der Menschen, bekommen sie aus dem geistlichen Verwaltungsapparat. Der Heiligenschein des geistlichen Verwaltungsapparates auf der Stirn des Propheten geht auf die Heiligen über. Dieser Heiligenschein spiegelt die Eigenschaften Allahs wie Allmächtigkeit und Erhabenheit wieder. Diesen Heiligenschein und die Macht übergab unser Prophet dem Verehrten Ebubekir (der erste Kalif). Dieser Heiligenschein und die Macht sind die größte Wohltat Allahs. Diese Wohltat wurde von einem Heiligen zum nächsten Heiligen bis zu unserem heutigen Tag übergeben.



Der Besitzer des geistlichen Verwaltungsapparates ist der Freund Allahs und der Erbe unseres Propheten. Dieser Heilige war davor der Nachfolger des vorherigen Heiligen. Ein Hadith teilt mit, dass die Weisen bzw. Heiligen die Erben unseres  Propheten sind. Ihre Berufung ermöglicht, die Menschen Allah näher zu bringen. Man nennt diese Heiligen Mürschid (geistlicher Führer).

Man nennt diesen Lehrgang ‚Der Weg‘, Orden (Tarikat). Man nennt es auch allgemein islamische Mystik (Tasavvuf).

„Alle Tore sollen geschlossen werden außer das Tor vom Verehrten Ebubekir (erster Kalif)“

„All das Wissen und die Wissenschaften, sowohl weltliche als auch geistliche, die von Allah in mein Herz gelegt wurden, lege ich in das Herz des Verehrten Ebubekir.“

Die beiden Hadithe bestätigen die islamische Mystik Tasavvuf und den geistlichen Verwaltungsapparat (Velayet). Ein weiteres Hadith bestätigt Tasavvuf und Velayet.

„Die Heiligen meiner Gemeinde sind auf der Höhe der Propheten Beni Israel.“

„Mein Heiliger ist unter meinem Gewölbe.“

„Ich bin die Stadt der Wissenschaften (weltliche und geistliche). Der Verehrte Ali (vierter Khalif) ist das Tor dieser Stadt. Der Verehrte Ebubekir (erster Khalif) ist die Stadt an sich selbst.“

Die Propheten haben als Erbschaft keine Güter und Immobilien hinterlassen. Sie haben als Erbschaft diese Wissenschaften (weltliche und geistliche) hinterlassen. Der Verwaltungsapparat (Velayet) geht in der Ahnenreihe bis zum Verehrten Ali oder bis zum Verehrten Ebubekir. Die beiden Kalifen werden bei unserem Propheten vereint. Bei unserem Propheten befinden sich die Allmächtigkeit und der Heiligenschein Allahs. Die beiden Kalifen nehmen von dieser Macht die Hilfe und Anweisungen.

Mit dieser Ausführung wollten wir den Glauben an die Propheten und den geistlichen Verwaltungsapparat mit ihrer weltlichen und geistlichen Reife zum Ausdruck bringen.

5. - 6. Die fünfte und sechste Grundlage des Glaubens ist der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichts und der Glaube an das Schicksal und daran, dass das Gute und Böse von Allah ist.  Wenn der Mensch stirbt, beginnt seine Reise mit dem Grab, mit dem Jüngsten Tag, mit der Auferstehung, mit der Befragung, mit der Abrechnung und geht anschließend über eine Brücke entweder in das Paradies oder in die Hölle. Das wurde im Koran mitgeteilt und in den Hadithen ausführlich erklärt. Wir glauben an diese Ereignisse, wenn die Zeit dafür kommt. Wir glauben fest: Die Ungläubigen und Heuchler bleiben ewigin der Hölle. Die Gläubigen mit den vielen Sünden und denen nicht vergeben wurde, bleiben in der Hölle so lange, bis ihre Sünden abgeglichen werden.

 

Unser Prophet wird für unsere Vergebung Fürbitten aussprechen. Die Gläubigen werden ewig im Paradies bleiben. Das Paradies und die Hölle existieren auch noch weiter. Das Gesicht Allahs wird sichtbar werden.

Wir glauben nicht an das Gegenteil dieses Glaubens oder an andere zuwiderlaufende Behauptungen und wir schenken diesen keine Beachtung.

Jede Seele ist für einen Menschen erschaffen. Die Seelenwanderung ist eine Erfindung und Märchen der Ungläubigen. Wir halten es für wertlos, wenn die Ungläubigen ihre haltlosen Theorien über Ereignisse und Handlungen auf die Macht und Kraft der Strahlen und Wellen der Sterne stützen. Wir halten die These einiger Philosophen als Lüge und Verleumdung. Nämlich: Jede Handlung und jedes Verhalten werde vor dem Tod mit dem jeweiligen Menschen abgerechnet. Der Jüngste Tag, das Jenseits, das Paradies und die Hölle seien bloß in den menschlichen Gefühlen entstandene Ideen.


Im Koran wird in über hundert Versen der Jüngste Tag mitgeteilt. Das Gegenteil wäre das Leugnen des Jüngsten Tages.

Allah kennt all die Geschehnisse, wie sie im Laufe der Zeit zustande kommen werden, in der Urewigkeit. Das nennen wir Schicksal (Kader). Die Entscheidungen, die in der Urewigkeit aufgeschrieben sind und auftreten, nennen wir Schicksalsschlag (Kaza). Gut und Böse, Wohltat und Schlechtigkeit und alles geschieht mit dem Wunsch Allahs. „Es geschehe!“ Aus diesem Grund glauben wir, das Gut und Böse von Allah sind. Allah ist mit den guten Taten einverstanden, aber nicht mit dem Bösen einverstanden. Soweit es in unserem Willen und Wunsch steht, verlangen und tun wir bei unserem Verhalten und unseren Handlungen die guten Taten. Wir verlangen und tun nicht Schlechtigkeit und Unerlaubtes. Man nennt unseren Willen ‚Partikulärer Wille (Cüzi)‘. Wir sind verantwortlich für unseren partikulären Willen, weil wir bei der Wahl unserer Entscheidungen frei sind. Die Sünde und der Segen geschehen durch diesen unseren partikulären Willen und die freien Entscheidungen.


Wir wissen nichts über unser Schicksal und wann und warum die Ereignisse geschehen und geschehen werden. Wir glauben, dass alles von Allah bestimmte Tatsachen sind.


Es ist die Bestimmung des Koran und der Erläuterungen der Sunna. Andere Worte über ‚Allah an sich‘ und ‚Seele‘ sind falsch und Verleumdungen. Diese Worte wurden nach unserer Religion und von unserem Propheten verboten.

Segen und Sünde, Gut und Böse kennen wir durch und nach Allahs Maß von Segen und Sünde. Wir verhalten uns nach der Nützlichkeit und Schädlichkeit. Wir treffen nach den Geboten unsere Maßnahmen. Sich zu bemühen und Maßnahmen zu treffen, sind für uns kanonische Vorschrift (Farz).

Das Gute und Böse zu kennen und das Gute auszuwählen, ist ebenfalls eine kanonische Vorschrift.

Maßnahmen zu treffen ist für die Menschen, die einen Verstand haben, eine kanonische Vorschrift. Das Ermessen liegt bei Allah. Man soll bei seinen Bemühungen und Treffen der Maßnahmen keinen bewussten Fehler machen. Falls es trotzdem passiert, glauben wir, dass es von Allah verursacht worden ist. Und wir sind einverstanden. Aus dem Grund sind unsere Aufgaben: Arbeiten und unseren Unterhalt verdienen, unterscheiden zwischen rituell Verbotenem (Haram) und rituell Erlaubtem (Helal) und uns entsprechend verhalten. Wenn wir viel arbeiten und uns viel bemühen und trotzdem uns vor der Arbeit nicht retten können, müssen wir uns gedulden und auf Allah vertrauen. Wenn wir reich sind oder später reich werden, schützen wir den großzügigen Besitzer (Allah) dieser Wohltat. Wir vermehren unsere Dankbarkeit und folgen Allahs Geboten um so intensiver.

Der Verehrte Ebubekir, der Verehrte Ömer (zweiter Kalif) und der Verehrte Ali erzählten in ihrer Zeit als Kalifen: „Allah, ich bin einverstanden, ob du mir Reichtum oder Armut schenkst.“

Man nennt den bis hier erzählten Glaubensbeweis und die Gläubigen die Gemeinde der Sunnabekenner. Diese Gläubigen  befolgen das Leben des Propheten (Sunna) und seiner Weggefährten (Sahabe) und glauben an den Propheten wie die Weggefährten geglaubt haben. Die großen Müctehit Imame (jemand, der aus dem Koran und den Hadithen Urteile zieht) teilen in ihren Konfessionen die oben erzählten Glaubensthemen mit.

„La ilahe illallah (Es gibt keine Götzen außer Allah)“ vereint all die Glaubensthemen wie oben erzählt wurde. Mit der Aussage „Muhammedün Resullulah (Muhammed ist der Prophet Allahs)“ erreicht unser Glaube die Reife.

Unser Prophet teilte den Menschen all die Regeln des Islams mit, die man mit seinem Körper verrichtet. Das Herz, die Seele und die geistlichen Glaubens- und Verhaltensregeln wurden den Heiligen (den Bevollmächtigten des Verwaltungsapparates) als Verhältnis anvertraut.

 

Die bis hier erzählten Glaubensthemen nehmen wir in einer Einheit von Glauben und Verhaltensmaßregeln an und verrichten sie dementsprechend. Wir lieben die Weggefährten unseres Propheten (Sahabe), die Heiligen und Müctehit Imame, die uns diese Glaubensthemen überliefert haben. Wir glauben auch an die Richtigkeit dieser Menschen. Die Überlieferungen der Weggefährten des Propheten, die Urteile des Koran, wie die praktischen Urteile und die Urteile der Prinzipien des Glaubens der Konfessionen, nehmen wir selbstverständlich an. Unser Glaube ist so, wie es uns mitgeteilt wurde.


Unsere Verhaltensmaßregeln sind so, wie sie gleich erzählt werden: In dem Glauben gehören wir der Maturidi Konfession an. In den Verhaltensregeln sind wir der Hanefi Konfession von dem Verehrten Imam-ı Azam zugehörig.Wer sich nicht an die Konfession bindet, geht auf Irrwegen.

Beim Glauben sind wir Maturidi, bei den Verhaltensmaßregeln sind wir Hanefi und in der geistlichen Mystik Tasavvuf sind wir Nakşi (Name vom Gründer unseres Ordens, dem Verehrten Bahaeddin Nakş-i Bend).Unser Erschaffer ist Allah, unsere Religion ist der Islam, unser Buch ist der Koran und unser Prophet ist der Verehrte Muhammed Aleyyisselam (Lobpreisung für den Propheten). Diejenigen, welche an Allah glauben und den Propheten bestätigen, nennt man Ümmet (Religionsgemeinschaft) oder Nation. Was der Verehrte Prophet bekannt machte und mitteilte, nennt man Religion, Scharia oder Islam.


Den Glaubensteil des Islam nennt man religiöse Überzeugung oder fester Glaube. Die Andachtsübungen und Gebete mit dem Körper und mit dem Herzen nennt man Allahverehrung oder Allahanbetung (İbadet). Die Handlungen wie Kaufen, Verkaufen, Testament, Eheschließung und das soziale Leben nennt man Muamelat (Verhaltensmaßregeln in der Gesellschaft).


Man nennt die islamischen kanonischen Vorschriften ‚Farz‘ und die rituellen Vorschriften ‚Vacip‘. Außer diesen beiden, die unser Prophet befohlen hat,  hat er zusätzliche Gebote befolgt und nicht verboten, die man ‚Sunna‘ (Sünnet) nennt. Was man als kanonische Vorschrift (Farz), rituelle Vorschrift (Vacip)und Sunna (Sünnet) benannt hat, sind die Verhaltensmaßregeln - gute Taten (Amel). Damit eine Handlung eine gute Tat (Amel) wird, muss man sich den Vorsatz vornehmen und mit ‚Besmele‘ „Bismillahirrahmanurrahim“ („Im Namen Allahs“) beginnen.

 

 


Stichworte: das thema glaube  11.03.2019


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