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Die Weisheiten der Heiligen "  

Die Verliebtheit lässt mich vagabundieren
Die Verliebtheit hat mein Leben zunichte gemacht
Die Verliebtheit lässt mich klagend weinen.


Scharia und Orden sind der Weg für den Erreichenden
Darin sind die Wahrheit und die Meisterhaftigkeit.


Wünscht Du Schöner Dir die Schönheit, bemühst Du Schöner die Schönheit.
Dir enthüllt die Schönheit das wertvolle Geheimnis des Derwischstums.


Salih! Deine Worte können keine Lüge sein
Nicht jede menschliche Gestalt kann ein Mensch sein.


Wer diese Hand hielt
Zog das Fell seines Daseins aus
Fand den Freund der Wahrheit
Erkannte die Vergänglichkeit der Welt.


Vagabundiere nicht in dieser Fremde
Finde eine Lösung solange Du am Leben bist
Sonst lässt man Dich von giftigen Schlangen beißen
Später nützten Deine Reue und Dein Weinen nicht.


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DAS THEMA ISLAM


DAS THEMA ISLAM

In einem Hadith wurde mitgeteilt: "Der Islam ist auf fünf Säulen aufgebaut."

1 - Glaubensbekenntnis (Kelime-i Şahadet)
2 - 5x am Tag die Gebete (Namaz)zeitlich verrichte
3 - Fasten im Monat Ramadan (Oruç)
4 - Almosen geben (Zekat) ist kanonische  Vorschrift  (Farz)
5 - Pilgerfahrt nach Hedschas (Haç), sofern man finanzielle Möglichkeiten hat

I. Glaubensbekenntnis

Mit dem Ausspruch ”Eşhedu enla ilahe illallah ve eşhedu enne Muhammeden Abduhu ve Resuluhu“ (Ich bezeuge, es gibt keine Götzen außer Allah. Und ich bezeuge, dass Muhammed Allahs Diener und Prophet ist.)  bekennt man sich zum Islam.

II. Namaz

Das fünfmalige Namaz am Tag ist die Hauptsäule unserer Religion. Das fünfmalige Namaz wurde bei der  Himmelfahrt (Mirac) als kanonische Vorschrift (Farz) befohlen. Die größte Andachtsübung, die größte Fürbitte und die beste gute Tat ist das Namaz. Es gibt bis zu 88 Verse im Koran über das Namaz. Einige Verse:

„Mein Prophet! Verlies, was dir vom Koran offenbart wurde und verrichte das Namaz (mit Anstand). Wahrlich, das Namaz hält von schändlichen und abscheulichen Taten und Dingen ab; und Allah zu gedenken, ist gewiss das Höchste. Und Allah weiß, was ihr begeht.“ (Ankebut 45)

 

„Und diejenigen, die ihre Namaz getreulich verrichten (Achten auf die Regeln Zeit, kanonische und rituelle Vorschriften), diese sind es, die in den Gärten des Paradieses hochgeehrt sind.“ (Mearic 34-35)
 

 „Verrichte Namaz aufrichtig, gebe rituell vorgeschriebene Almosensteuer (Zekat), gehorche dem Propheten, auf dass ihr Barmherzigkeit empfangen möget.“ (Nur 56)


„Wahrlich, denjenigen, die gläubig sind und gute Werke tun und das Namaz verrichten und das Zekat entrichten, ist ihr Lohn von Allah gewiss. Und sie brauchen keine Angst zu haben, noch werden sie traurig sein.“ (Bakara 277)


Unser Prophet erzählte (Hadithe):

„Das Namaz ist die Hauptsäule der Religion, wer es verlässt, reißt von seiner Religion ab.“

„Die größte Tat (Amel) für Allah ist das zeitig verrichtete Namaz.“ „Der Wert des Namaz auf der Welt entspricht im Jenseits dem Wert des Gesichts Allahs.“
 

„Die Zeiten zwischen den fünf täglichen Namaz sind die Zeiten der Vergebung der kleinen Sünden.

Die Zeit zwischen den Freitagsnamaz gilt als Zeit der Vergebung der verursachten Sünden.“
 

„Das Namaz ist so wertvoll wie der heilige Schein meiner Augen.“
 

Was bleibt nach diesen Versen noch zu sagen?

Das Namaz ist die Krönung der Gebete und der guten Taten. Das Namaz ist das Mittel, um in Allahs Nähe zu kommen. Das Namaz ist Himmelfahrt (Mirac) der Gläubigen. Das Namaz ist das Heilmittel gegen Schlechtigkeit. Das Namaz ist Pilgerfahrt der Frauen und der Armen. Das Namaz ist das, was die Gläubigen von den Ungläubigen unterscheidet.

Das Namaz hat 12 Pflichten. Wenn eine dieser Pflichten nicht beachtet wird, gilt das Namaz nicht. Die ersten 6 Pflichten liegen außerhalb des Namaz und die letzten 6 Pflichten liegen innerhalb des Namaz.

Die ersten 6 Pflichten außerhalb des Namaz bevor man mit dem Namaz beginnt:

1. Die rituelle Waschung (Abdest) und die rituelle Ganzkörperwaschung (Gusül) (Taharet) sind kanonische Vorschriften (Farz).

2. - den Mund mit viel Wasser ausspülen (Mazmaza)

3. - in die Nase Wasser ziehen (İstinşak)

4. - den gesamten Körper bis in die Haarwurzel waschen
 

Die Beschreibung der rituellen Ganzkörperwaschung (Gusül) nach der Sunna:

Zuerst sagt man Besmele „Bismillahirrahmanurrahim“ (Im Namen des allbarmherzigen und gnädigen Allahs). Anschließend sagt man „Ich nehme mir für das Einverständnis Allahs vor, die rituelle Ganzkörperwaschung zu verrichten“ (Niyet ettim Allah rızası için gusletmeğe).

Man wäscht zuerst die Hände bis zum Handgelenk. Dann wäscht und säubert man die Stellen am Körper, an die kein Wasser zur Haut durchdringen kann.  Danach wäscht und säubert man den Genitalbereich. Anschließend gibt man 3x Wasser mit der rechten Hand in den Mund und gurgelt jedes mal bis zum Hals, dann spuckt man das Wasser aus (Mazmaza). Danach füllt man 3x die rechte Hand voll Wasser  und zieht es in die Nase, mit der linken Hand schnäuzt man es aus (İstinşak). Anschließend waschen wir 3x das Gesicht sowie erst den rechten, dann den linken Arm einschließlich der Ellenbogen. Danach streicht man 1x Wasser über den Kopf, wäscht die Ohren innen, hinter den Ohren und den Nacken. Danach gießt man Wasser 3x über den Kopf, zuerst auf die rechte, dann auf die linke Schulter. Bei jedem Wassergießen reibt man alle Körperstellen ab ohne irgendeine Körperstelle zu vernachlässigen. Die Haarwurzeln am Kopf, Bart, Bauchnabel und bis in die geschlossenen Ohrringlöcher werden gewaschen. Später wäscht man die Füße, falls der Waschplatz aus Erde ist. In heutigen Bädern gibt es keine Erde bzw. keinen Schlamm. Deswegen wäscht man die Füße heutzutage wie bei der normalen rituellen Waschung. Nachdem man den Kopf, die Ohren und den Nacken abgerieben hat, wäscht man zuerst den rechten, dann den linken Fuß. Damit das Wasser zwischen die Zehen und Finger dringen kann, reibt man die Zwischenräume richtig mit den Händen ab.

 

Die rituelle Waschung (Abdest) für diejenigen, die rituell nicht gereinigt sind, beinhaltet 4 kanonische Vorschriften (Farz). Wenn eine fehlt, gilt die rituelle Waschung nicht.

  •  Das Gesicht waschen (Das Gesicht reicht zwi-   schen den beiden Ohrläppchen, der Stirn bis zum Haaransatz und unter das Kinn.)
  • Hände waschen  (einschließlich der     Ellenbogen)
  • Den Kopf streichen
  • Die Füße waschen (einschließlich der Fersen)

Die Beschreibung der rituellen Waschung (Abdest):
 

Zuerst sagt man Besmele „Bismillahirrahmanurrahim“ (Im Namen des allbarmherzigen und gnädigen Allahs). Anschließend sagt man „Ich nehme mir für das Einverständnis Allahs vor, die rituelle Ganzkörperwaschung zu verrichten“ (Niyet ettim Allah rızası için abdest almaya).


Man wäscht die Hände bis zum Handgelenk und reibt sie zwischen den Fingern ab. Falls am Finger ein Ring steckt, bewegt man den Ring. Mit der rechten Hand nimmt man 3x Wasser in den Mund, spült ihn und spuckt es dann aus. Mit dem Finger reibt man die Zähne ab. Danach füllt man 3x die rechte Hand voll Wasser und zieht es in die Nase, mit der linken Hand schnäuzt man es aus. Anschließend waschen wir 3x das Gesicht sowie erst den rechten, dann den linken Arm einschließlich der Ellenbogen. Man macht die rechte Hand nass und streicht über den Vorderteil des Kopfes. Dann macht man beide Hände nass und reinigt mit den kleinen Fingern das Innenohr. Gleichzeitig streicht man mit den Daumen hinter den Ohren entlang. Anschließend streicht man mit den restlichen Fingern den Nacken von beiden Seiten von hinten nach vorne ab. Zuletzt wäscht man 3x zuerst den rechten, dann den linken Fuß mit den Fersen. Dabei reibt man die Stellen zwischen den Zehen ab.

  1. Sauberkeit, sich vom Schmutz säubern  (Necasetten Teharet)
  2. Der Körper, die Kleidung und der Platz, an  dem man betet, müssen sauber sein.  
  3. Sich bedecken (Setri avret)  Man bedeckt sich beim Namaz. Die Frau bedeckt sich, außer dem Gesicht und Hände und Füße.

 

  1. Man wendet sich Richtung Kaabe  (İstikbali Kıble)
  2. Es ist kanonische Vorschrift, sich  Richtung Kaabe zu wenden. Wenn man die    Kaabe nicht sieht, soll man sich der Richtung    Kaabe (Kıble) zuwenden.
  3. Wenn man Kıble nicht kennt, soll man sie aus-   findig machen.

 

 

  1. Eintritt der Namazzeit (Vaktin girmiş olması)
     
  2. Beim Namaz als kanonische Vorschrift (Farz)    und anschließend beim Namaz als rituelle Vor-   schrift (Sunna), beim Vitirnamaz (zusätzliches    Namaz nach dem rituell vorgeschriebenen    letzten Namaz des Tages), beim
     
  3. Teravihnamaz (gemeinsames Nachtgebet im    Fastenmonat Ramadan) und beim Namaz bei Festen (beim Opferfest und Ramadanfest)    muss die Namazzeit eingetreten sein.
     
  4. Man sollte das Evvabinnamaz (ein  Namaz nach dem Abendnamaz) und dem    Teheccüdnamaz (ein Namaz zwischen dem    letzten Namaz des Tages(Yatsı) und dem Mor-   gennamaz) rechtzeitig verrichten.
  5. Es ist ein Muss, die Zeiten der Namaz zu wissen.

 

  1. Man spricht den Vorsatz für das Namaz (Niyet etmek)
  2. Man soll das Namaz aufrichtig verrichten  und man muss wissen, welches Namaz man    verrichtet.

 

  1. Die Werte der guten Taten werden nach ihren  Vorsätzen bemessen. Aus dem Grund ist der    Vorsatz (Niyet) immer unabdingbar.
     
  2. Beim Namaz ist der Vorsatz eine kanonische    Vorschrift (Farz). Der Vorsatz soll von Herzen    kommen und in leisen Tönen ausgesprochen    werden. Beim Farznamaz, beim Vitirnamaz,    Freitagsnamaz und Festtagsnamaz soll man    den Vorsatz so benennen: … heutiges mor-   gendliches Farznamaz …heutiges Freitagsna-   maz … heutiges Vitirnamaz … heutiges Fest-   tagsnamaz …
     
  3. Beim Sunnanamaz lautet der Vorsatz: Ich    nehme mir vor, an soundso Zeit das erste und    letzte Sunnanamaz zu verrichten.
     
  4. Beim Teheccüd- und Evvabinnamaz ist der    Vorsatz: … heutiges Tehecüdnamaz … heuti-   ges Evvabinnamaz … zu verrichten.
     
  5. Der Vorsatz ist eine vor dem Namaz auszusprechende kanonische Vorschrift    (Farz). Wenn eine dieser Bedingungen fehlt,    verrichtet man kein Namaz.

Die 6 Pflichten innerhalb des Namaz: Diese kanonischen Vorschriften werden beim Verrichten eines Namaz ausgeübt:

  1. Man beginnt mit "Allahu Ekber“ zum Namaz    (İftihat tekbiri)
  2. Stehen beim Namaz (Kıyam)
  3. Das Sprechen der Verse aus dem Koran beim    Stehen (Kırat)

    Es ist eine kanonische Vorschrift, die Verse aus dem Koran zu lesen.

    Wer sie nicht kann, sollte schnellstens die Suren ‚Fatiha‘, ‚Inna atayna‘ und ‚Kulhuvallahüahad‘ auswendig lernen. Wer außer  ‚Fatiha‘ keine andere Sure kennt, der spricht bei dem ersten und zweiten Rekat des Farznamaz und des Sunnanamaz 2x ‚Fatiha‘. Ebenso beim dritten und vierten Rekat des Farznamaz, bei beim Kunutduası (im Vitirnamaz) und bei Ettehiyati (falls man sie nicht auswendig kann) im Sitzen des Namaz spricht man ersatzweise ‚Fatiha‘. Wer also gar keine Sure kennt, nicht einmal ‚Fatiha‘, muss in jedem Teil des Namaz „Allahu Ekber“ sagen. Das ist aber nur eine vorübergehende und kurze Erlaubnis. Die Bedingung ist, in kürzester Zeit die Suren zu lernen.
     
  4. Verneigung (Rüku)  Nach dem Stehen beugt man sich so, dass der    Kopf und das Gesäß in einer Linie sind. Die    Hände liegen leicht gespreizt auf den Knien.
     
  5. Niederwerfung (Secde)   Nachdem man nach der Verneigung wieder    steht, wirft man sich kniend, die Stirn, Nase    und beide Hände den Boden vor sich berüh-   rend, nieder. Wenn es möglich ist, sollen die    Spitzen der Füße Richtung Kıble zeigen. Die    Niederwerfung macht man 2x in einem Rekat    (Teil des Namaz).
     
  6. Sitzende Dienstbezeugung (Kadeiahire)  Nach jedem zweiten oder vierten Rekat sitzt man solange wie man Ettehiyatü vorspricht. Das ist eine kanonische Vorschrift (Farz). Falls man bei einem 4-rekatigen Farznamaz nach dem vierten Rekat oder beim 3-rekatigen Farznamaz des  Abendnamaz nach dem dritten Rekat  noch ein zusätz33liches Rekat ohne vorheriges Sitzen verrichten würde, würde dieses Farznamaz nicht gelten. Man müsste dieses Namaz wiederholen.

Man muss beim Namaz auf ‚Tadili erkan‘ (Ruhe beim Namaz) achtgeben. Es gibt einige, die ‚Tadili erkan‘ als kanonische Vorschrift annehmen.

Beim Stehen (Kıyam), bei der Verneigung (Rüku) und bei der Niederwerfung (Secde) muss man die Ruhe bewahren und nicht in Eile und Hektik das Namaz verrichten. Man nennt diesen Zustand ‚Tadili erkan‘. Wenn man sich von der Verneigung aufrichtet, muss der Körper kerzengrade, stramm stehen, solange bis man „Subhanallahilazim“ ausgesprochen hat. Anschließend wirft man sich 2x nieder.  Zwischen den beiden Niederwerfungen muss man auch solange sitzen, bis man „Subhanallah“ ausgesprochen hat. Mit mittelmäßiger Ruhe, ohne Eile und Hektik verrichtetes Namaz ist ‚Tadili erkan‘.


Man muss die Zeit für die Gebete als nützlich und nötig betrachten. Mit dieser Einstellung soll man das Namaz nüchtern und mit Freude verrichten.


Einige sagen, dass man das Namaz mit eigenem Willen verlassen kann und dies eine kanonische Vorschrift wäre. Bevor die Zeit für das Namaz abläuft, muss man es verrichten.

 

Bei der letzten sitzenden Dienstbezeugung bleibt man solange sitzen wie man Ettehiyatü vorspricht.  Anschließend beendet man das Namaz mit dem Friedensgruß (Selam), zuerst den Kopf nach rechts drehend  mit den Worten „Esselamualeyküm ve rahmetullah“, dann nach links drehend "Esselamualeyküm ve rahmetullah".
 

Man soll beim Sitzen (Kıyam) seine Blicke auf den Niederwerfungspunkt richten, bei der Verneigung (Rüku) auf die Spitze der Füße, beim Sitzen zwischen die beiden Knie.

Wenn eine kanonische Vorschrift beim Namaz fehlt, würde dies Namaz nicht angenommen.

Die rituellen Vorschriften ergänzen und vervollständigen die Mängel der kanonischen Vorschriften.

 

Die rituellen Vorschriften beim Namaz (Vacip)

  1. Man beginnt ein Namaz unbedingt mit dem    Ausspruch „Allahu Ekber“ (Allah ist groß).
     
  2. Man trägt die Sure ‚Fatiha‘ vor.
     
  3. Fatiha wird vor einer anderen Sure oder Vers-    vorgetragen.
     
  4. In den ersten zwei Rekat eines Farznamaz, im    Vitirnamaz und Sunnanamaz trägt man eine    Sure oder einen Vers vor.
     
  5. Bei den allein verrichteten Farznamaz am Mit-   tag und Nachmittag und bei allen Sunnana-   maz tagsüber trägt man die Suren und Verse still vor.
     
  6. Bei jedem Rekat des gemeinsam verrichteten    Morgennamaz, Freitagsnamaz, Festtagsna-   maz, Teravihnamaz und Vitirnamaz, bei  den ersten zwei Rekats des Abendnamaz und    Nachtnamaz (Yatsı) trägt man die Suren und  Verse hörbar vor.
     
  7. Bei allen Rekats des Mittags- und Nachmit tagsnamaz trägt man die Suren und Verse still vor.
     
  8. Beim Vitirnamaz trägt man die Kunut-Fürbitte    vor und macht Tekbir (Größenbezeugnis).
     
  9. Bei der Niederwerfung berühren die Stirn  und die Nase den Boden.
     
  10. Beim 3- oder 4-rekatigen Namaz macht man    im Sitzen die Dienstbezeugung  ‚Ettehiyati‘ nach jedem zweiten Rekat.
     
  11. Bei jedem Sitzen trägt man ‚Ettehiyati‘ vor.
     
  12.  Die Gemeinde hält Stille und hört dem  Imam zu. (Wenn einer zu dem gemeinsa-   men Namaz vor dem Beginn der Fatihasure    ankommt, trägt er still ‚Subhaneke‘ vor und    bleibt still. Wenn einer ankommt, während  der Imam die Fatihasure vorträgt, sagt  derjenige „Allahu Ekber“ und mischt sich  unter die Gemeinde. Er trägt nichts mehr vor.)
     
  13. Wenn man aus Vergesslichkeit die rituelle Vor-   schrift auslässt, verrichtet man die ‚Sehiv-Nie-   derwerfung (Sehiv secdesi).
     
  14. Man muss auf die Reihenfolge des Namaz ach-   ten (vom Stehen zur Verneigung, von der Ver-   neigung zur Niederwer
     
  15.  Am Ende des Namaz macht man den Friedens- gruß zuerst mit dem Gesicht nach rechts,  dann mit dem Gesicht nach links. Man     sagt dabei in jede Richtung „Esselamu  aleyküm ve rahmetullah“.
     

Das Sunnaverhalten beim Namaz

  1. Beim Größenbezeugnis (Tekbir) halten  die Männer die Hände geöffnet neben die    Ohren und berühren mit den Daumen die  Ohrläppchen.
    Die Frauen halten die nach vorne geöffneten    Hände über der Brust .
     
  2. Hände und Füße werden Richtung Kıble    gedreht.
     
  3. Die Männer halten ihre Hände unter dem    Bauchnabel. Sie halten ihr linkes  Handgelenk mit der rechten Hand, wobei  der Daumen und der kleine Finger das linke Handgelenk umschließen und die übrigen  Finger auf dem Handgelenk liegen.
    Die Frauen legen ihre flachen Hände über  der Brust auf, wobei die rechte Hand über der    linken liegt
     
  4.  Nach dem Größenbezeugnis (Tekbir) wird    ‚Subhaneke‘ vorgetragen.
     
  5. Vor dem ‚Fatiha‘ wird ‚Euzu besmele‘ gesagt.
     
  6. Bei der Verneigung (Rüku) 3x „Subhane rab-   biyel azim“ sagen.
     
  7. Bei jeder Niederwerfung (Secde) 3x „Subhane-    rabbiyel ala“ sagen.
     
  8. Bei der letzten Dienstbezeugung  ‚Ettehiyati‘    (im Sitzen) „Rabbena atina“, „Rabbena firli“,    „Rabbena la tuziğ kulubena“ sprechen.  Diese Fürbitten sind nach der Lobpreisung für    den Propheten (Salavat) vorzutragen.
     
  9. Nach dem ‚Fatiha‘ in Stille „Amin“ sagen. Beim 3- und 4- rekatigen Farznamaz, beim    zweiten Sitzen im Vitirnamaz, beim  ersten Sunnanamaz im Mittagsnamaz,  beim zweiten Sitzen im Freitagsnamaz,  vor dem ersten und letzten Sunnanamaz  und bei anderen Namaz trägt man bei jedem    Sitzen das Dienstbezeugnis (Ettehiyati) ‚Salli‘    und ‚Barik‘ vor.
     
  10. Vom Stehen (Kıyam) zur Verneigung (Rüku),     bei der Niederwerfung (Secde) und bei dem    Aufrichten von der Niederwerfung sagt man    „Allahu Ekber“.
     
  11. Während man sich von der Verneigung (Rüku)    aufrichtet, sagen sowohl der Imam als auch    der alleine Namaz Verrichtende „Semi Allahü-    limen hamideh“.
     
  12. Bei der Niederwerfung (Secde) werden die Zehen Richtung Kıble gebogen.
     
  13. Beim Stehen soll der Abstand zwischen den    beiden Fersen vier Finger breit sein.
     
  14. In der Sitzposition sitzen die Männer kniend mit ihrem Gesäß auf dem
    linken Fuß und die rechte Fußspitze zeigt Rich- tung Kıble, wobei der Fuß abgeknickt wird und die Ferse nach oben steht.
     
  15. Während man aus dem Stand (Kıyam) in die    Niederwerfung (Secde) geht, sagt man „Rab-   bena lekel hamd“.
     
  16. Beim Sitzen und bei der Niederwerfung  sollen die Finger etwas gespreizt liegen.
     
  17. Am Ende eines Namaz wird das Gesicht zuerst    nach rechts, dann nach links gewendet..
     
  18. Wo man den Gebetsruf (Ezan) nicht  hören kann, soll man den Gebetsruf  (Ezan) und den Gebetsruf für das Farznamaz    (Kamet) vortragen. Wo man den Gebetsruf    hören kann, sollen die Männer alleine  oder mit der Gemeinde vor dem Farznamaz    den Gebetsruf (Kamet) vortragen.

 

Das Freitagsnamaz

Man verrichtet zuerst das 4- rekatige Sunnanamaz des Freitags. Man hört ganz still die Freitagspredigt an. Das 2- rekatige Farznamaz verrichtet man mit und nach dem Imam.

Je vier Rekat des letzten Sunnanamaz und Zuhuru ahir Namaz verrichtet man mit dem Vorsatz „Ich nehme mir vor für das Einverständnis Allahs, welches für mich kanonische Vorschrift (Farz) ist, das letzte Mittagsnamaz zu verrichten“.

Das letzte 2- rekatige Sunnanamaz verrichtet man mit dem Vorsatz „Ich nehme mir vor für das Einverständnis Allahs das letzte Sunnanamaz der Zeit zu verrichten“.

Am Ende des Freitagsnamaz folgt die Lobpreisung für Allah (mit Gebetskette oder  Fingern) und den Propheten, danach die Fürbitte und das Rezitieren vom Koran.

Somit beenden wir diese große kanonische Vorschrift. Dabei ist man bemüht, auf Anstand und auf die Sunna zu achten.

 

III. Fasten (Oruç)

Das Fasten (Oruç) ist die dritte Säule des Islams.

Jeder Muslim muss im Monat Ramadan fasten.Wer in der Zeit eine Krankheit oder eine Entschuldigung hat, wird nach der Krankheit oder Entschuldigung das Fasten nachholen.

„Allah will es euch leicht machen. Allah will es euch nicht schwer machen.“ (Bakara 185)

„Oh Ihr, die Ihr glaubt! Das Fasten ist Euch vorgeschrieben, so wie es denen vor Euch (vorherige Propheten und Gläubige) vorgeschrieben war. Durch das Fasten werdet Ihr vor Übel und Schlechtigkeit geschützt.“ (Bakara 183)
 

Fasten (Oruç) bedeutet, sich vor dem Verlangen und den Ver suchungen des Nefs (Ich-Ego-Gehabe) zu schützen. Man fastet von der Morgendämmerung (İmsak) bis zum Sonnenuntergang (İftar). Man darf nicht essen und trinken und keinen Geschlechtsverkehr haben. Das ist das Fasten für den Körper. Die Augen vor Unerlaubtem, die Zunge vor Lügen, vor übler Nachrede, vor ketzerischen Äußerungen, die Hand vor Gewalttätigkeit und vor Unerlaubtem, die Füße vor Verbotenem fern zu halten, ist das wahre Fasten für den Körper.

 

Das Herz mit Rabıta (den Scheich vorstellen und besinnen) zu beschäftigen und mit Allah zu verbinden, sammelt all den Segen, den das Fasten an sich hat. Wer mit dieser Einstellung fastet, erfährt keine Übelkeit und nichts Negatives. Und er erfährt auch die Weisheiten des Fastens.

 

Die kanonischen Vorschriften des Fastens

 

  1. Der Vorsatz (Niyet) „Ich nehme mir für Allahs    Einverständnis vor, das Ramadanfasten    durchzuführen.“
  2. Was dem Fasten Schaden zufügen kann, soll    gemieden werden.
  3. Man muss den Anfang und das Ende des Vor-   satzes (Niyet) wissen. Diese Zeit  dauert von   der Morgendämmerung bis zum  Sonnenuntergang.


Der Grund des Fastens ist der heilige Monat Ramadan. Die erste Bedingung ist der Vorsatz. Wöchnerinnen und Frauen, die ihre Menstruation haben, dürfen erst nach überstandener Blutung fasten. Die wichtigste Grundlage ist, sich vor den Sachen zu schützen, die in der Fastenzeit verboten sind und das Fasten ungültig machen. Die frohe Botschaft Allahs ist „Den Lohn des Fastens gebe ich.“ Einige Moslems in der Türkei und den arabischen Ländern erzählen unwahre Geschichten über die Erscheinung der Mondsichel und beginnen mit dem Fasten oder mit den Festtagen nach ihren subjektiven Meinungen. Man soll solche Nachrichten nicht ernst nehmen und nicht falsche Wege einschlagen. Solche Nachrede und Berichte werden von Konfessionslosen verbreitet. Wichtig ist es, sich nach ‚Diyanet İşleri Başkanlığı‘ zu richten. Der Fastenkalender und die Fastenzeit haben bei ‚Diyanet‘ ihre Richtigkeit.

Unsere Großen sagen „Die Kanone soll gefeuert werden und das Fasten ist gebrochen.“ (Der Kanonenschlag teilt das Ende der Fastenzeit mit.)

 

Wenn in unserem Land Ramadan öffentlich gemacht wird, fangen wir mit dem Fasten an. Wenn die Festtage öffentlich bekannt gemacht werden, feiern wir die Feste. Das Problem in arabischen Ländern ist, dass sie die Ideen von einem konfessionslosen Menschen dem Koran und der Sunna vorziehen. Das verursacht die Probleme.Wenn man keine Konfession und Orden hat, kann man diese Feinheiten nicht verstehen und jedes Jahr kommt solcher Unfug. Wir halten von solchem Unfug nichts


IV. Almosen geben (Zekat)

Almosen abzugeben (Zekat) ist für die Muslime eine kanonische Vorschrift.

Wer in der Religion als reich gilt, muss nach Art und Stand seines Vermögens für das Einverständnis Allahs ein Vierzigstel an arme Muslime abgeben.

Wer Almosen gibt oder einem seiner Vertreter abgibt, um es weiterzuleiten, muss den Vorsatz sprechen (Niyet). Der Arme muss nicht diesen Vorsatz hören oder miterleben.

Man darf an Mutter, Vater, Opa, Oma, Ehefrau, eigene Kinder und Enkel kein Almosen abgeben, weil man für den Unterhalt dieser Angehörigen verpflichtet ist.Jemandem die Schulden zu erlassen, gilt nicht als Almosengeben (Zekat). Was man für den Bau oder die Renovierung einer Moschee und an Brüdern abgibt, gilt nicht als Almosengeben.

Man gibt Almosen an die armen Moslems. Zekat bedeutet Andachtsübung (Zikir) für Allah, sich zu säubern und sein Hab und Gut zu vermehren. Zekat bedeutet, die Ordnung der Gesellschaft, die Schuld der reichen Menschen und das Recht der Armen.

Allah nimmt die Gebete von demjenigen nicht an, der keine Almosen gibt, obwohl er dazu in der Lage ist.

Ein anderer Name für Almosengeben ist ‚Sadaka‘. Bei der kanonischen Vorschrift heißt es ‚Zekat‘. Bei der rituellen Vorschrift heißt es ‚Fıtır Sadakası‘. Außer nach diesen Vorschriften Almosen zu geben, zählt als Sunna.

V.  Pilgerfahrt (Hac)

Die Pilgerfahrt (Hac) beinhaltet all die Gebete des Islams und ist eine der wichtigsten Pflichten der kanonischen Vorschriften.

Am Arafat (ein Berg in der Nähe Mekkas) in einer besonderen Zeit sich aufzuhalten, Andacht zu halten und um Vergebung zu bitten, anschließend nach einem Ritual die Kaabe zu umrunden, heißt ‚Hac‘ - Pilgerfahrt. Am Berg Arafat sich aufzuhalten und die Kaabe zu umrunden sind zwei kanonische Vorschriften (Farz). Wessen Pilgerfahrt von Allah angenommen wird, dem werden sämtliche Sünden vergeben. In einem ungenähten Gewand zu sein, ist eine Pflicht für eine gesunde Pilgerfahrt.

 

Die Pilgerfahrt hat einige Bedingungen, damit sie als kano nische Vorschrift gilt.

  • Moslem zu sein
  • Einen Verstand zu besitzen
  • Geschlechtsreife erreicht zu haben
  • Frei zu sein
  • Rechtzeitig bei der Pilgerfahrt zu sein
  • Für die Reise Proviant und ein starkes Fortbe-   wegungsmittel zu haben
  • Sich über die Pilgerfahrt zu informieren (gilt    für diejenigen, die zum Islam konvertiert sind)


Außer diesen Bedingungen gibt es weitere Bedingungen:

 

  • Körperlich und gesundheitlich in Form zu sein
  • Es darf keine Hindernisse geben für die Pilger
    fahrt (wie im Gefängnis oder verhaftet zu sein)
  • Die Sicherheit der Reise muss gewährleistet    sein.
  • Die Witwen und die geschiedenen Frauen    müssen ihre Zeit (İddet) abwarten. Als Begleit-   person können Vater, Onkel, Bruder, ihr  Bräutigam und das Kind, das von einer Amme-    gestillt wurde, in Frage kommen.
  • Die Zeit am Arafat zu sein und die Kaabe zu    umrunden (Vakfe).
  • Am Arafat (Vakfe) bleibt man einen Tag vor    dem Opferfest am Mittag bis zur nächsten    Morgendämmerung. Die Umrundung  der Kaabe kann man innerhalb von     drei Tagen machen. Wenn einer entschuldigt    ist, vor allem die Frauen, können sie diese bis44zu ihrem Lebensende nachholen.
  • Ort (Der Ort der Pilgerfahrt ist das Gebiet    Arafat und Kaabe.)
  • Ungenähtes Gewand (İhram); Man sagt:  İhram besteht aus dem Vorsatz und der  Bitte „Ich erwarte den Befehl“ (Lebbeyk).  İhram bedeutet das Verlassen der  zulässigen (Mübah) Handlungen und  Verhalten, die sonst nicht verboten sind,  um Allahs Befehlen zu folgen. İhram besteht    aus zwei Teilen, ein ungenähtes Gewand  für den Oberkörper und ein ungenäh-    tes Gewand für das Unterteil. İhram gilt    für Männer. İhram symbolisiert den  inneren Vorsatz und die Entschlossenheit.
  • Man soll das ungenähte Gewand (İhram) an    den Orten von Mikat anziehen. (Mikat  sind die um Mekka herum liegenden Orte  wie Zülhuleyfe, Cuhfe, Zat-ı, Irak, Iran und    Yelemlen.)
  • Sich im Ort Müzdelife aufhalten (Vakfe)
  • Der Vorsatz für die Pilgerfahrt und Umre    (Besuch der Kaabe und der heiligen  Stätten außerhalb der Haczeit und  Opferfestzeit): “Ich nehme mir vor für das  Einverständnis Allahs ‚Haccı kırana‘ oder    ‚Haccı temetuya‘ oder ‚Haccı ifrata‘ oder ‚Umre‘    zu machen.“
  • Wer die Pilgerfahrt mit dem Vorsatz ‚Haccı    kıran‘ und ‚Haccı Temettü‘ macht, muss  einen Hammel, Schaf, Ziege, Ochse, Kuh, Stier,    Rind oder Kamel schlachten.
  • Haare schneiden und rasieren innerhalb von   
    Mekka (z.B. in Mina
  • Die Steine (Cemre) vor dem Haareschneiden    und Rasieren wegwerfen
  • Das Opfertier zwischen Steinewerfen und    Haareschneiden und Rasieren schlachten;  die Umrundung der Kaabe macht man an  dem Tag, an dem das Opfertier geschlachtet wird.
  • Sa‘y (Schnelles Gehen, wenn man nicht  verhindert ist, zwischen Safa und Merve,  4x zu Merve und 3x zurück nach Safa bei der    Pilgerfahrt (Hac)
  • Man soll ‚Sa‘y‘ nach der Umrundung der  Kaabe machen.
  • Sa‘y macht man zu Fuß (Ausnahme, wenn  man entschuldigt ist).
  • Sa‘y beginnt man bei Safa.
  • Wer Mekka verlässt, soll zum Abschied eine    Umrundung der Kaabe vornehmen.
  • Man beginnt mit der Umrundung der Kaabe    am ‚Hacer-i Esved‘ (ein schwarzer Stein an  der Kaabe).
  • Man muss die Kaabe so umrunden, dass die    Kaabe auf der linken Seite liegt.
  • Man muss bei der Umrundung rituell  gereinigt sein.
  • Man muss sich bei der Umrundung der Kaabe    dort bedecken, wo es nötig ist.
  • Man soll die Umrundung der Kaabe  außerhalb Hatim (eine Grenze wie ein Halb   mond direkt an der Kaabe) machen.
  • Nach der Umrundung verrichtet man zwei Rekat Namaz.
  • 7 Umrundungen der Kaabe sind kanonische    Vorschrift.
  • Die Männer im ungenähten Gewand dürfen keine genähte Kleidung anziehen, den Kopf und das Gesicht nicht bedecken und nicht auf Jagd gehen. Diese Gewohnheiten zu verlassen, ist rituelle Vorschrift (Vacip). Wer gegen diese Anweisung verstößt, muss ein Schaf oder Ziege opfern bzw. schlachten. Es gibt noch viele Sunna, was die Pilgerfahrt Hac betrifft. Sie sprengen den Rahmen dieses Buches. Wenn jemand sich die Pilgerfahrt vornimmt, soll er sich ausführlich informieren.

    Wenn möglich, sollte man nach dem Besuch Mekkas nach Medina fahren, um unseren Propheten zu besuchen. Das wäre eine sehr hochgehaltene Sunna.

     

Es gibt drei verschiedene Pilgerfahrten (Haç).

  • ‚Haccı Kıran‘ (Umre und Hac gemeinsam)
  • ‚Haccı Temettü‘ (nach Umre İhram ausziehen
  • und bei Hac wieder anziehen)
  • ‚Haccı İfrat‘ (Hac ohne Umre)

Wenn man im ungenähten Gewand (İhram) die Kaabe umrundet und Sa‘y macht und Haare schneidet, hat man ‚Umre‘ gemacht. Umre kann man jederzeit machen.

 

DAS THEMA KANONISCHE VORSCHRIFTEN (FARZ)

UND RITUELLE VORSCHRIFTEN (VACİP)

 

Die kanonischen Vorschriften (Farz)

Es gibt zwei Arten der kanonischen Vorschriften, die dauerhaften (Daimi Farz) und die vorübergehenden (Geçici Farz) kanonischen Vorschriften.

Die dauerhaften kanonischen Vorschriften:

 

Dazu zählt der Glaube an die Glaubensbekenntnisse. Man soll sich ständig in diesem Glauben befinden und bis zum Ende des Lebens diesen Glauben beibehalten.Alles soll man verlassen, was gegen die Scharia ist, ketzerische Äußerungen, Polytheismus, Heuchler, vom Islam zu konvertieren, kleine und große Sünden, schlechte Angewohnheiten und Eigenschaften. Das sind ständige kanonische Vorschriften.

Die vorübergehenden kanonischen Vorschriften:

 

Dazu  zählen Farz-ı Ayn und Farz-ı Kifaye. Farz-i Ayn ist jedem gläubigen Moslem kanonische Vorschrift: 5x Namaz, Fasten, Almosengeben, rituelle Ganzkörperwaschung, gemeinsam Krieg führen usw. Jede einzelne ist eine kanonische Vorschrift.

Farz-ı Kifaye: Wenn einige Moslems es machen, brauchen es die anderen nicht zu tun. Z.B.

 

  • den Gruß (Selam) anzunehmen
  • Wenn einer niest und „Elhamdulillah“ (Allah    sei Dank) sagt, sagt man „Allah rahmet etsin“  
    (Allah sei dir barmherzig).
  • Jemandem einen Ratschlag geben, der es  möchte.
  • Die Kranken besuchen
  • Beisetzung der Leichen

Dies sind Beispiele für Farz-ı Kifaye.

Es ist auch eine kanonische Vorschrift, unseren Zustand, die Grenzen unseres Lebens, wie es gestaltet wird, unseren Glauben und Religion zu wissen.

 

Die rituellen Vorschriften (Vacip)

  • Vitirnamaz verrichten
  • Almosen geben (Sadakay-ı Fıtri)
  • Beim Opferfest Tier schlachten
  • Festtagsnamaz verrichten
  • Dem Vater und der Mutter dienen
  • Sorgen des Ehemannes für seine Ehefrau    solange er Kraft hat für Essen, Trinken Anzie-   hen usw.
  • Der nächsten Verwandtschaft helfen
  • Die Frauen sollen beim Bedienen ihrer  Männer keine Fehler machen.
  • Ob geheim oder offen sollen wir unser Ver-   halten und Handlungen so gestalten, dass sie    Allah gefallen.
  • Man muss vor den Werten des Islams, vor den    Ahnen, vor Kindern und Frauen und vor den    Weggefährten des Propheten (Sahabe) Ach-   tung haben und Ehrenerweisung zeigen.
  • Den Menschen gegenüber, in deren Schuld    wir stehen, sollten wir uns dienlich zeigen  und achtungsvoll verhalten mit Hilfe unseres Rabıta.
  • Wir sollten unsere Freunde von den Guten    auswählen, mit Nachbarn friedlich leben,  den Besucher gastfreundlich behandeln.
  • Immer um Vergebung bitten und Bereuen der    eigenen Sünden
  • Fürbitten für sich machen, für nahestehende    Verwandte, für die İhvans (Ordensmitglie-   der) und für das Wohlergehen und die  Rettung aller Muslime.
  • Vor den üblen, schlechten Handlungen bei    Allah Zuflucht suchen
  • Das Recht als Recht und den Aberglauben    als Aberglauben kennen und vor dem  Aberglauben flüchten


Das sind die Aufgaben, die wir tun müssen. Der Zorn Allahs versteckt sich in den Sünden. Wegen einer Sünde könnte Allah eine hundertjährige Andacht, Gebete und die Ergebenheit zunichte machen und denjenigen in die Hölle schicken. Der Teufel hat zweihundert Jahre Allah angebetet. Aber sein Hochmut verursachte, dass der Sohn Kain des Verehrten Adam zum Mörder wurde.


Bel‘am-ı Baur, der den größten Namen Allahs (İsmi Azam) kannte, wendete sich der Welt zu (fleischliche-materielle). Ein Gläubiger mit dem Namen Besisa, dessen Fürbitte von Allah angenommen wurde, begann Ehebruch. Alle drei landeten in der Hölle.

Ein Weggefährte des Propheten mit dem Namen Salebe befolgte eine Empfehlung des Propheten nicht. Allah hat ihm den Heiligenschein entzogen. Der Prophet hat für Salebe bei Allah gebeten, aber Allah hat diese Fürbitte nicht akzeptiert. Man soll Allah fürchten. Man soll die Gebote verrichten, den Verboten fernbleiben

und sich Allahs Propheten fügen. Dieses ist für uns kanonische Vorschrift.

Um Allahs Einverständnis zu gewinnen, sollten diese Beispiele für uns eine Warnung sein. Das beste und wirksamste Mittel ist, dass wir uns unserem Propheten fügen. Das Mittel ist, sich an einen geistlichen Führer (Mürschid) zu binden, der aus der Prophetengemeinde kommt und sein Nachfolger ist.

„Oh Ihr, die Ihr glaubt, fürchtet Allah, suchet Mittel, um Allahs Verständnis einzuholen und kämpft auf dem Weg Allahs, erreicht die Errettung.“  (Maide 35)

Dieser Vers bestätigt, was oben erzählt wurde.

 

32 kanonische Vorschriften wurden bis hierher erzählt. Es fehlt nur ‚Teyemmüm‘, die Waschung mit Erde. Zuerst nimmt man den Vorsatz (Niyet), zweitens folgt das Aufschlagen der Hände auf die Erde und das anschließende Bestreichen des Gesichts und der Arme.

 

So listen sich die 32 kanonischen Vorschriften auf:

6x Glaubensbekenntnis, 5x Säulen des Islam, 2x beim Namaz, 3x bei der Körperganzwaschung, 4x bei der rituellen Waschung, 2x Erdwaschung (Teyemmüm)

 

54 Pflichten (Farz)

  1. An Allahs Einzigkeit glauben
  2. Rituell erlaubtes Essen und Trinken
  3. Rituell gereinigt sein (rituelle Waschung)
  4. Pflichtgebete verrichten (fünfmal am Tag    Namaz)
  5. Rituelle Ganzkörperwaschung nach dem Geschlechtsakt
  6. Allah ist Garant für die Versorgung
  7. Rituell erlaubte und saubere Kleidung  tragen
  8. Allah vertrauen
  9. Genügsamkeit
  10. Danken an Allah für die Gaben
  11. Einverstanden sein mit Schicksalsschlägen
  12. Geduldig sein vor Mühsal, Unglück und Fluch
  13. Für die Sünden um Vergebung bitten, Reue zeigen
  14. Gebete mit unerschütterlichem Glauben    verrichten
  15. Den Teufel als Feind betrachten
  16. Einverstanden sein mit den Urteilen des  Koran
  17. Den Tod als rechtens betrachten
  18. Allahs Feinde als Feind, Allahs Freunde als    Freund betrachten
  19. Stetig hilfsbereit für Vater und Mutter sein
  20. Die gute Taten befehlen, die schlechte Taten  verhindern
  21. Die Verwandtschaft  besuchen
  22. Das Anvertraute nicht veruntreuen
  23. Furcht vor Allah haben
  24. Gehorsam sein vor Allah und vor dem  Propheten
  25. Vor Sünden flüchten, sich mit Gebeten  beschäftigen
  26. Gehorsam gegenüber dem muslimischen    Staatsoberhaupt
  27. Die Welt als warnende und abschreckende    Lehre betrachten
  28. Nachdenken und Überlegen
  29. Die Zunge vor bösen und schlechten Wörtern    behüten
  30. Das Herz rein halten
  31. Niemanden verspotten
  32. Nicht auf Unerlaubtes blicken
  33. Sein Wort halten
  34. Das Ohr vor Unerlaubtem schützen
  35. Wissen (Islam) lernen
  36. Beim Wiegen und Messen gerecht sein
  37. Vor Qual Allahs nicht sicher sein und fürchten
  38. Den muslimischen Armen Almosen geben
  39. Auf Gnade Allahs nicht die Hoffnung verlieren
  40. Die Wünsche des Nefs (Ich, Ego, Gehabe)    ignorieren
  41. Um Allahs Einverständnis den Menschen    Speisen geben
  42. Für eigenen Unterhalt arbeiten
  43. Rituell vorgeschriebene Almosensteuer  abgeben
  44. Keinen Geschlechtsverkehr mit der Ehefrau    während ihrer Periode
  45. Das Herz von Sünden säubern
  46. Sich vor Hochmut und Arroganz hüten
  47. Die Güter der Waisenkinder schützen
  48. Die Homosexualität vermeiden
  49. Die Pflichtgebete bzw. Namaz zeitlich  verrichten
  50. Eigentümer der Anderen nicht mit Gewalt an    sich reißen
  51. Nicht Vielgötterei betreiben
  52. Ehebruch  vermeiden
  53. Kein Alkohol trinken
  54. Unnötig schwören
     

DAS THEMA ÜBER DAS VERHALTEN

NACH DEN REGELN DER RELIGION (İBADET),

DASS DEN DIENER ZU ALLAHS NÄHE BRINGT

 

Was wir bis jetzt über kanonische und rituelle Vorschriften erzählt haben, die Verbote zu verlassen und die Gebete zu verrichten, sind unbedingt nötig. Aber es reicht nicht.

Die rituelle Waschung, Namaz, Fasten, Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka reinigt als Vorbedingung unseren Körper. Parallel zu diesen körperlichen Handlungen brauchen unsere geistigen Werte, wie Gedanken und Auffassungsvermögen, Reinigung und Andachtsübungen. Die körperlichen Gebete retten uns vor der Qual und bringen Segen, Wohltat und Gunst. Die Gebetsbefehle der Verse und der Sunna für das Herz und die Seele führen uns als Vorbedingung zur Liebe unseres Propheten und zum Einverständnis Allahs.



Unser Prophet erzählte: „Wenn ihr mich nicht über alles liebt, reift euer Glaube nicht. Wer mich liebt, der liebt auch Allah. Allah erzählte ‚Wer mich liebt, der soll sich meinem geliebten Propheten fügen‘.“

 

Den Propheten zu lieben und sich zu fügen geschieht durch die Annahme seiner Scharia und seiner Sunna, d.h seines geistlichen Lebens und seines geistlichen Verwaltungsapparates. Wir haben den Propheten nicht gesehen. Was das Lieben des Propheten und Allahs betrifft, haben wir nicht von ihm leibhaftig gelernt. Aber der Verehrte Ebubekir hat gesehen und gelernt. Der Verehrte Selmani Farisi sah und lernte von dem Verehrten Ebubekir. Von ihm lernte der Verehrte Kasım bin Muhammed (der Enkel des Verehrten Ebubekirs). Von ihm lernte der Verehrte Caferi Sadık (der Enkel des Verehrten Ali) Von ihm lernten die Nachfolger in der Ahnenreihe nach und nach die weltlichen und geistlichen Werte. So kamen diese Werte wie ein Erbe zu unserer heutigen Zeit.

Zusammengefasst kommt man zu dem Kernpunkt:


Um Allahs Nähe und die Liebe des Propheten zu gewinnen, sollte man sich an einen Heiligen binden (Veli), der die Nähe Allahs erreicht hat. Man müsste die Empfehlungen solches Heiligen mit gutem Gewissen und Herz annehmen und mit

Liebe danach leben. Seit dem Verehrten Ebubekir bis heute sind die in der kleinen Ahnenreihe benannten Heiligen mit dieser oben erzählten Methode erzogen und gebildet worden und nach dem Befehl unseres Propheten wurden sie für diese Aufgabe (Amt) beauftragt. Uns wurde mitgeteilt, dass diese Methode bis zum Weltuntergang andauern werde. Wer sich mit aufrichtigem Glauben für diesen Weg entscheidet, der wird von der Nähe Allahs und von der Reife seinen Anteil bekommen. Er wird Allah zu Gesicht bekommen und und er wird mit den Heiligen gemeinsam sein.



In Versen und Hadithen erzählt: „Lieben sollt ihr für Allah, ihr sollt mit den Treuen zusammen sein. Jeder ist mit dem oder der zusammen, den oder die er oder sie liebt, egal wo, ob in dieser Welt oder im Jenseits.“ Es gibt viele schätzenswerte Äußerungen über diesen Weg. Wir sollten wissen, diese Wichtigkeit wertzuschätzen. Unsere Freunde und Weggefährten sollten von den Guten sein. Wir sollen die Bösen und die Bösartigkeiten verlassen. Wir sollten den größten Feind Allahs, nämlich unser Nefs (Ich - Ego- Gehabe) und seine Tücken und Fallen kennen, weil das Nefs seiner Natur nach das Gute ablehnt. Das Nefs verlangt die Bösartigkeiten und Irrwege. Das Nefs beherrscht unser Dasein. Das einzige Gegenmittel gegen das Nefs ist Rabıta (sich eigenen Mürschid vorstellen und besinnen).


Man könnte das Nefs durch das Aushungern schwächen, aber nicht erziehen. Das einzige Mittel, unser Nefs zu erziehen, unseren Körper und unsere Absichten zu reinigen und unsere Seele zu reinigen und vor Unachtsamkeit zu schützen, ist Rabıta. Rabıta ıst der Grund für die Heilung. Das beste Mittel auf diesem Weg, um das Ziel zu erreichen, ist das Rabıta. Mit dem Rabıta achtet man auf die Regeln dieses Weges und man vergisst seinen eigenen Mürschid nicht. Die größte geistliche Andachtsübung bzw. Handlung ist das Rabıta. Wir sollen unseren Mürschid ständig im geistigen Sinne bereit halten. Man könnte sagen: „Ein treues Rabıta an den Propheten bringt das Rabıta zu Allah“ (Treue ist Symbol für den Verehrten Ebubekir.). Das Rabıta ist wie eine Dachrinne, die in das Herz des Mürids (der Bewerber, Kandidat dieses Weges) geistlichen Segen laufen lässt. Dieser Segen ist die geistliche Nahrung des Mürids. Unsere höchste Aufgabe ist es, unsere Liebe an unseren Mürschid zu vergrößern und zu vermehren, weil er uns die geistlichen Welten eröffnet.


Wir sollen zuerst versuchen, Rabıta zu verstehen  und zu lieben. Dafür sollen wir in aller Ruhe die Methode und Handlungen des Rabıtas lernen und entsprechend handeln und dienen. Neben körperlichen und geistlichen Gebeten und Andachtsübungen müssen wir das Unerlaubte, die Verbote und die Sünden verlassen. Unser Verhalten müssen wir auf der Waage der Scharia wiegen. Was die Scharia vorschreibt, müssen wir tun, was die Scharia nicht erlaubt, lassen wir. Wenn wir etwas nicht wissen sollten, müssen wir unsere Freunde fragen.


Die Handlungen, die unsere Liebe und die Verbundenheit vermehren, müssen wir tun. Wenn die Handlungen unserer Liebe und Verbundenheit schaden zufügen, wie Menschen, Bücher usw., müssen wir sie verlassen.

In unserer Freizeit müssen wir an unser Rabıta denken. Unser Nachdenken und Besinnen muss sich um dieses Rabıta drehen. Um das Rabıta zu kennen, die Liebe im Herzen zu befestigen und den unerschütterlichen Glauben zu erreichen, dürfen wir die Gesprächsrunden (Sohbet) und die Andachtskreise (Hatme) nicht verlassen. Der Andachtskreis ist das größte Rabıta und die beste geistliche Gesprächsrunde. Wer drei mal unentschuldigt bei dem Andachtskreis fehlt, ähnelt demjenigen, der drei mal hintereinander unentschuldigt das Freitagsnamaz nicht verrichtet. Der Andachtskreis ist bei uns so wichtig, dass man ohne ihn auf diesem Weg keinen Schritt weiter kommen kann. Ohne Hatme bekommt man keinen Segen vom Rabıta und den Andachtsübungen. Unsere Andachtsübung (Zikir) ist eine Herzensangelegenheit und geheim. Man erwähnt dabei ‚Allah‘ (Lafzay-ı Celal). Der Name ‚Allah‘ beinhaltet sämtliche Nomen und Eigenschaften. Dieser Name heißt auch ‚Allah an sich‘.

Der Andachtskreis hat all die schätzenswerten ethischen Qualitäten der Nomen und den wahren heiligen Schein beinhaltende Andachtsübungen (Zikir). Der Nachfolger und Hedschraweggefährte des Propheten, der Verehrte Sıddık-ı Ekber (großer Treuer), bekam die gleichen Andachtsübungen und Rabıta-Methoden, als er in den Orden eintrat.

 

Unser Weg basiert auf Liebe, Aufrichtigkeit, Anstand und Ergebenheit.

Die Liebe (Muhabbet) bedeutet, das Rabıta für Allah zu lieben und den Propheten anzunehmen.


Die Aufrichtigkeit (İhlas) bedeutet daran zu glauben, dass das Rabıta sogar bei unseren geheimen Zuständen dabei ist und daran zu glauben, dass unser Rabıta in der Wissenschaft auf dem Niveau des Verehrten İmam-ı Azam ist und er in der Meisterhaftigkeit der größte Heilige unserer Zeit ist (Kutbul aktab). Der Anstand (Edep) bedeutet die Liebe, die Dienste und die Achtung gegenüber unserem Rabıta. Der Anstand ist wie ein Faden, der uns zu Allah führt. Wer diesen Faden hält, erreicht die Zufriedenheit und den Audienzort Allahs


Ohne Anstand gibt es keine Nähe zu Allah. Man soll den Menschen, die keinen Orden haben, nicht vom Orden erzählen. Man soll nicht dahin gehen, wo man nicht eingeladen ist. Den Mangel und Fehler müssen wir in unserem Nefs suchen.Unter Menschen soll man sich nicht ungebührlich verhalten. Eine unterwürfige Haltung wie Hände vor den Körper halten, Hände küssen und Kopf neigen wird heutzutage nicht mehr gemacht. Den Boden und Knie zu küssen, das Küssen allgemein ist eine nach der Sunna verbotene Verhaltensweise unserer Zeit. Man soll keine schlechte Tat oder Bösartigkeit verursachen. Wer das tut, den soll man höflich warnen. Gutes Benehmen und gutes Auskommen sollen überall und zu jeder Zeit gelebt werden.


In einem Hadith steht: „Wer keinen Anstand besitzt, der hat keine Religion.“

Soweit wie es geht, sollen wir uns vor Unanständigkeiten, vor schlechtem Benehmen und Unhöflichkeit schützen.

Die Ergebenheit (Teslimiyet) bedeutet das Ende des Weges und die Reife des Mürids und das zu tun, was das Rabıta sagt. Wenn es sagt: „Tu es!“, so tut man es. Wenn es sagt: „Tu es nicht!“, so tut man es nicht. Den Befehlen soll man ohne Kommentar folgen. Den Verboten soll man ohne persönliche Vorteile und Gefühle folgen. Geduld und Ausdauer bei Schwierigkeiten bedeuten auch Ergebenheit. Die Bescheidenheit und das Nichtvorhandensein sind die Früchte der Ergebenheit und der

wertvolle Gewinn. Die größte Gunst dieses Weges ist es, sich seinem Rabıta zu ergeben und sich als fehlerhaft zu betrachten. Man soll immer sagen „Aman Yarabbi“ („Oh! Mein Lehrmeister Allah.“)

 

Jeder Weg hat seine eigenen Regeln und Methoden. Bei uns gibt es drei Regeln:

  1. Ständig rituell gereinigt sein (Abdestli)
  2. Der Unterhalt und das Essen müssen rituell    erlaubt sein (Helal).
  3. Das Verhältnis (zu Rabıta) ist zu schützen    (Nisbet).


Bei jedem Gebet und jeder Andachtsübung muss man rituell gereinigt sein. Wenn man rituell gereinigt ist, wird es für das Nefs Gift, für die Seele Nahrung sein.  Wenn man rituell gereinigt stirbt, erfährt man den Ehrentod (Şehit). Wir sollen darauf achten, das wir immer rituell gereinigt sind. Wenn man rituell gereinigt ins Bett geht, ist es so, als würde man bis morgens früh beten. Wenn man rituell gereinigt ist und der Vorsatz auch aufrichtig ist, wird unser Inneres und Äußeres rein und sauber sein.


Wer nicht rituell Erlaubtes isst, dessen Gebete werden Zweifel tragen, ob sie erhört werden oder nicht. Es ist eine unserer wichtigen Aufgaben, dass wir rituell erlaubte Arbeit haben und rituell Erlaubtes essen. Wenn wir mit Besmele (Bismillahirrahmanirrahim) rituell Erlaubtes essen, bekommt das Nefs nichts davon. Unsere Enthaltsamkeit heißt, nur rituell Erlaubtes zu essen. Wenn es dazu mit Rabıta vollzogen wird, d.h. also zuerst Besmele, dann rituell Erlaubtes mit Rabıta zu essen, bekommt die Seele solch eine Kraft, dass man auf diesem Wege weitere geistliche Stufen erreicht. Diese Art der Ernährung ist der

Motor der Geistlichkeit oder ein Gefährt aus heiligem Schein. Das Verhältnis zu schützen beinhaltet all die Regeln dieses Weges, ist sozusagen eine Zusammenfassung. Man achtet auf die Verbote und Gebote dieses Weges. Es gibt andere Wege und andere Heilige bzw. entsprechende eigene Regeln. Sie sind für sie richtig. Unsere Regeln gelten nur für uns. Wir bekommen unseren Segen von unserem eigenen Mürschid bzw. von unserem Weg. Das ist eine Regel. Ein Mürid bekommt seinen Segen ausschließlich von seinem Mürschid. Wer das Gegenteil macht, um von jedem anderen Weg und Tür etwas zu bekommen, bemüht sich umsonst und es ist unnötig ermüdend. Man muss strebsam sein, um sein Rabıta nicht zu vergessen. Bei jeder Arbeit und Handlung soll man an das Rabıta denken und sich besinnen. Beim Schlafen, beim Aufwachen mit Rabıta zu sein, erleichtert den Schutz

des Verhältnisses. Dieses Thema beinhaltet rituell Erlaubtes, Verbote, Gebote und befohlene Dienste.

Das Verlangen des Nefs und die Versuchung des Teufels sind Hochmut, Stolz, Arroganz, Neid, Missgunst, Hass, Heuchelei, List, Lüge, Gier und Begierde. Sie sind die tierischen Eigenschaften. Der Kampf gegen diese tierischen und gefährlichen Eigenschaften dient zum Schutz des Verhältnisses und zum Verlassen der Sünde. 


Der Führer unseres Verhältnisses bzw. das Rabıta möchte uns mit folgenden Eigenschaften ausgestattet sehen: Geduld, Ausdauer gegenüber der Schwierigkeiten und gegenüber der Last der Gebete, Recht, Gerechtigkeit und Mäßigung, ein Leben lang Aufrichtigkeit und Fleiß, Güte und Erbarmen, vertrauenswürdige und gefragte Persönlichkeit, Großzügigkeit und Wohltätigkeit, Genügsamkeit und vor allem Bescheidenheit. Im Mittelpunkt zu sein, überheblich zu sein, hinter Wundern und Ruhm herzulaufen, bringt unsere Geistlichkeit um, weil sie das Verlangen des Nefs sind. Auf diese Eigenschaften von Grund auf zu verzichten, gehört zu unseren empfohlenen Aufgaben.


Unser einziger geistlicher Wunsch muss „İlahi ente maksudi ve rızake matlubi“ sein (Meine Absicht bist Du, ich möchte Dein Einverständnis.). Die restlichen geistlichen Wünsche sind verboten und unerwünscht.


Man sollte sein Verhältnis vor folgenden Handlungen schützen: Unentschuldigt die Gebete zu verlassen, das Rabıta zu vergessen, den Andachtskreis nicht zu besuchen, mit einem Gehabe herumzulaufen, sich gegen die Scharia zu verhalten, die Gebete für die Welt, das Jenseits, und für das Paradies zu verrichten, übermütig und auffallend zu sein, die Gebete und die Regeln der anderen Wege und der Heiligen zu verrichten. Wenn man folgende Sünden begeht, muss man seinen Eintritt in den Orden (İntisap) erneuern: Ketzerische Äußerungen, Rebellion gegen Vater und Mutter, unberechtigtes Töten von Menschen, Ansichreißen des Hab und Gutes von Waisen, Ehebruch, Verlassen der Familie und Verwandtschaft, grausame Behandlung Unschuldiger, Alkoholkonsum, Schwur für die Lüge, Meineid, Veruntreuung von Leben (Mord), Ehre (Vergewaltigung) und Gütern, Prahlen mit eigenen Sünden, Verlassen des Namaz, Stiften von Unruhe und Intrigieren.
 

Wer Allahs Einverständnis hat, der hat alle Anteile bei sich, wie alle Wohltaten und alle geistlichen Stufen. Solch ein Mensch erreicht das größte Glück, nämlich das Gesicht Allahs. Aus dem Grund verlangen wir nicht nach Vermögen, nach weltlichen Werten und nach weltlichen Wundern und Wundertaten. Wir sind auf dem Weg, auf dem man sagt: „Ich brauche Dich, nur Dich.“ Unser einziger Wunsch ist das Einverständnis Allahs.
 

Das Leben eines Muslims erreicht durch die folgenden drei Regeln die Reife:

  1. Wissen (İlim)
  2. Verhalten (Amel)
  3. Aufrichtigkeit (İhlas)

 

  1. Wissen (İlim) bedeutet, unsere weltlichen und
    geistlichen Aufgaben zu
    lernen und zu wissen.
  2. Verhalten (Amel) bedeutet, unsere Aufgaben
    zu verwirklichen.
  3. Aufrichtigkeit (İhlas) bedeutet, dass wir alle
    unsere Aufgaben tun, um Allahs Einverständ
    nis zu bekommen


Das Verhältnis, das die Mürids anderer Wege am Ende ihres Weges bekommen, erhalten wir am Anfang unseres Weges. Eigentliche Aufrichtigkeit heißt absoluter Glaube daran, dass Allah unser gesamtes Verhalten und die Vorsätze sieht und kennt. Es ist das gleiche, dass unser Rabıta unser  gesamtes Verhalten und die Vorsätze sieht und kennt. Mit diesem Glauben beginnen wir zu arbeiten. Allah sagt: „Ich passe weder in den Himmel noch auf die Erde, ich passe in das Herz eines Gläubigen (Mümin).“  Allah erscheint mit Allmächtigkeit und mit Erhabenheit im Herzen eines Gläubigen. Dieser genannte Gläubige ist der Heilige Allahs.  Diesem Heiligen zu huldigen, ihn zu lieben und sich an ihn zu binden, bringt uns vor die Tür Allahs. Wir müssen strebsam arbeiten und warten, bis das Tor aufgeschlossen wird. Andere Wege, andere Tore sind für uns ewig verschlossen. Das Tor Allahs wird für uns durch die Hand unseres Rabıtas eröffnet.

 


Stichworte: das thema islam  11.03.2019


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